Personal Guarantee as CEO: When to Sign, When Not To

Personal Guarantee als CEO: Wann unterschreiben, wann nicht

(English version below.)

TL;DR — Eine Selbstschuldbürgschaft macht dich als Geschäftsführer persönlich haftbar für Schulden deines Unternehmens — mit deinem gesamten Privatvermögen, inklusive Immobilien, Sparkonten und in bestimmten Fällen sogar dem Teil deines Gehalts oberhalb der Pfändungsfreigrenze. Sie ist manchmal unvermeidbar. Sie ist oft vermeidbar. Und sie sollte niemals in weniger als 72 Stunden mit einem gestressten Kopf unterschrieben werden. Geschrieben von einem Founder-CEO, der 2023 im falschen Moment unterschrieben hat und heute — drei Jahre später — noch monatlich abbezahlt.

Kurzantwort

Eine Personal Guarantee (deutsch: Selbstschuldbürgschaft) ist eine Vertragsklausel, in der du als Geschäftsführer persönlich für eine Schuld deines Unternehmens einstehst. Banken, Vermieter, Lieferanten und manchmal Investoren verlangen sie in Situationen erhöhter Risikowahrnehmung. Die richtige Antwort ist selten "grundsätzlich nein" und selten "grundsätzlich ja" — sondern: verstehen, was genau garantiert wird, welche Auslöser die Bürgschaft aktivieren, wie hoch die Deckungssumme wirklich ist, und welche zeitliche Beschränkung greift.

Warum die meisten Founder das falsch angehen

Bei diesem Thema begegnen mir zwei Extreme in meiner Praxis:

Extrem 1: Die Naiven. "Klar unterschreib ich, sonst kriegen wir den Kredit nicht." Ohne die Bedingungen zu lesen, ohne die Dauer zu verstehen, ohne Alternativen abgeklopft zu haben. Diese Founder wachen zwei Jahre später auf und stellen fest: das ursprüngliche Darlehen ist längst abbezahlt, aber die Bürgschaft läuft aus formalen Gründen weiter, weil sie an einen Rahmen und nicht an eine konkrete Summe gebunden war.

Extrem 2: Die Prinzipiellen. "Ich unterschreibe grundsätzlich keine persönliche Haftung." Diese Position wirkt souverän, führt aber oft dazu, dass wichtige Finanzierungsrunden platzen oder Alternativen genutzt werden, die schlechter sind (Convertible Notes mit fiesen Bedingungen statt sauberem Darlehen mit begrenzter Bürgschaft).

Die richtige Haltung liegt in der Mitte. Personal Guarantee ist ein Verhandlungsobjekt wie jede andere Vertragsklausel — mit Höhe, Dauer, Deckungsumfang, Auslösern und Ausstiegsmöglichkeiten. Wer das versteht, kann die Guarantee präzise gestalten. Wer nur "Ja" oder "Nein" kennt, verliert entweder Geld oder Freiheit. (Wenn eine Bürgschaft aus einer Down-Round-Situation heraus verlangt wird: Down Round Playbook — was Gründer vor der nächsten Finanzierungsrunde wissen müssen.)

Die vier häufigsten Situationen — und was in jeder wirklich verlangt wird

Situation 1: Bank verlangt Bürgschaft für Betriebsmittelkredit

Der Klassiker. Deine GmbH braucht 200.000 EUR Betriebsmittelkredit über 3 Jahre. Die Bank sagt: "Wir brauchen eine Bürgschaft des Geschäftsführers." Was hier meist wirklich verlangt wird — oft ohne dass es transparent gemacht wird:

  • Höchstbetragsbürgschaft oder selbstschuldnerische Bürgschaft? Die erste begrenzt deine Haftung auf einen definierten Maximalbetrag. Die zweite lässt dich für den gesamten offenen Kreditbetrag plus Zinsen und Kosten haften — potenziell mehr als der ursprüngliche Kredit.
  • Zeitliche Befristung? Standard-Klauseln in deutschen Bank-Bürgschaften sind oft "auf Zeit der Darlehensgewährung", was klingt nach 3 Jahren, aber tatsächlich bis zur vollständigen Rückzahlung inklusive aller Verlängerungen läuft. Bei revolvierenden Kreditlinien: theoretisch unbegrenzt.
  • Nachrangig oder gleichrangig zu anderen Sicherheiten? Wenn die Bank bereits Grundschulden auf Firmengrundstücke hat, sollte die Personal Guarantee explizit nachrangig sein — also erst greifen, wenn die anderen Sicherheiten verwertet sind.

Verhandelbar: Höchstbetragsbürgschaft statt selbstschuldnerisch. Explizite Zeitlimits ("Bürgschaft erlischt am 31.12.2029"). Nachrangigkeit. Umsatzabhängige Kappung (Bürgschaft reduziert sich mit jeder Rückzahlungsrate).

Was du in keinem Fall unterschreiben solltest: Bürgschaften für "künftige Verbindlichkeiten aus der Geschäftsverbindung insgesamt". Diese Klauseln — oft im Kleingedruckten von Bank-Standardformularen — machen dich für alles haftbar, was zwischen dir und der Bank je vereinbart wird oder wurde. Das ist der häufigste Fall, in dem ich in meiner Praxis erlebe, dass ein Founder 5 Jahre nach einem einzigen 100k-Kredit plötzlich mit 400k Haftung dasteht, weil zwischenzeitlich Kontokorrent, Leasing und Kreditkarten dazu kamen.

Situation 2: Vermieter verlangt persönliche Haftung für Bürovertrag

Bei Startups mit unter 3 Jahren Firmenhistorie oder Bilanzsumme unter 500k EUR sehr üblich. Deutlich harmloser als eine Bank-Bürgschaft, weil die Höhe meist begrenzt ist (typisch: 3 Monatsmieten). Trotzdem lohnt sich:

  • Statt persönlicher Bürgschaft eine Mietaval anbieten — eine von einer Bank ausgestellte Bürgschaft, für die die Firma zwar zahlt (typisch 0,8-1,5% p.a. der Summe), aber du persönlich nicht haftest
  • Falls Vermieter darauf besteht: Bürgschaft auf Zeit — endet spätestens am Ende der ersten Vertragsverlängerung, nicht mit unbegrenzter Fortsetzung

Situation 3: Investor verlangt Bürgschaft im Rahmen einer Finanzierungsrunde

Das ist der Punkt, an dem du besonders vorsichtig sein solltest. Wenn ein Investor im Term Sheet oder Beteiligungsvertrag Personal Guarantees für rückzahlbare Wandeldarlehen oder Bridge-Financing verlangt, ist das ein starkes Signal, dass der Investor deinem Business misstraut — obwohl er investiert. In diesem Fall sind mehrere Alternativen realistisch:

  • Convertible Note ohne Personal Guarantee — der Investor akzeptiert dafür einen höheren Discount oder eine niedrigere Valuation Cap
  • Milestone-basierte Auszahlung — der Investor zahlt in Tranchen aus, nach Meilenstein-Erreichung. Reduziert das Risiko für ihn, ohne dich persönlich zu binden
  • SAFE (Simple Agreement for Future Equity) — kommt aus dem US-Kontext, wird auch in Deutschland immer mehr genutzt, keine persönliche Haftung

Wenn ein Investor auf Personal Guarantee besteht und keine der Alternativen akzeptiert, ist das oft ein Warnsignal: entweder ist die Runde struktural schlecht, oder der Investor hat ein Kontrollproblem, das dir später noch teuer werden wird. (Mehr dazu: Wenn ein Investor droht — Rechtsposition, Verhandlungsposition, Ausstieg.)

Situation 4: Kreditlinie in der Wachstumsphase — Grundschuld statt Bürgschaft

Wenn dein Unternehmen wächst und du eine Immobilie besitzt, wird oft eine Grundschuld auf dein Privatgrundstück verlangt statt einer klassischen Bürgschaft. Das ist juristisch etwas anderes — und potenziell schlimmer. (Ich vertiefe das hier: Grundschulden gegen Geschäftskredit — was du deiner Familie vorher sagen musst.)

Kurzform: Eine Grundschuld ist eine dingliche Sicherheit auf deine Immobilie. Wenn der Kredit fällig gestellt wird und du nicht zahlen kannst, kann die Bank ohne Klage direkt in die Immobilie vollstrecken. Bei einer klassischen Bürgschaft hast du im Ernstfall länger Zeit und mehr Verhandlungsmöglichkeiten.

Was du unterschreiben kannst — Checkliste vor der Signatur

Fünf Dinge, die geklärt sein müssen, bevor du unterschreibst. Ohne Ausnahme:

1. Genaue Deckungssumme: Ist die Bürgschaft auf einen konkreten Maximalbetrag begrenzt, oder deckt sie "die gesamte Kreditsumme plus Zinsen, Kosten, Nebenforderungen"? Zweiteres ist deutlich mehr als du denkst. Bei einem 200k-Kredit über 5 Jahre können realistisch 260-280k anfallen.

2. Klare Enddaten: Wann erlischt die Bürgschaft? Häufige Falle: "Nach vollständiger Rückzahlung des Kredits" — was formal richtig ist, aber bei einer Anschlussfinanzierung automatisch verlängert wird, wenn du dabei nicht ausdrücklich widersprichst.

3. Kein Verzicht auf Einreden: Deutsche Standard-Bürgschaften enthalten oft Klauseln, in denen du auf die Einrede der Vorausklage verzichtest. Das bedeutet: die Bank kann sofort auf dich zugreifen, ohne erst die Firma zu belangen. Diese Klausel ist verhandelbar. Sie sollte im Zweifel entfernt werden.

4. Ehepartner-Zustimmung nur mit Ehepartner-Beratung: Falls du verheiratet bist und in Zugewinngemeinschaft lebst, kann die Bank auch die Zustimmung deines Partners fordern. Diese Zustimmung sollte NIE erteilt werden, ohne dass der Ehepartner selbst mit einem Anwalt gesprochen hat — sonst gibt es später Ansprüche gegen die Bank wegen sittenwidrigem Vertragsschluss, aber nur wenn dokumentiert ist, dass keine Beratung stattfand.

5. Ausstiegs- oder Reduzierungsklauseln bei Unternehmens-Wachstum: In Verhandlungen kannst du erreichen, dass die Bürgschaft sich reduziert, wenn bestimmte Kennzahlen erreicht werden (z.B. Eigenkapital-Quote über 30%, oder Umsatz über X). Das ist nicht Standard, aber verhandelbar — insbesondere wenn du bereit bist, im Gegenzug einen leicht höheren Zinssatz zu akzeptieren.

Wann ich unterschreiben würde, und wann nicht

Nach eigener Erfahrung — mit dem Wissen, das ich heute habe — meine persönlichen Regeln:

Ich würde unterschreiben:

  • Höchstbetragsbürgschaft für einen konkreten, zweckgebundenen Kredit (z.B. Betriebsmittel für ein spezifisches Projekt)
  • Zeitlich klar befristet (max 5 Jahre)
  • Nachrangig zu Firmen-Sicherheiten
  • Wenn die Alternativen (Verzicht auf den Kredit, andere Bank, Convertible mit schlechten Bedingungen) strategisch schlechter sind
  • Wenn ich mit meinem Ehepartner offen gesprochen habe und die Zustimmung informiert erteilt wurde

Ich würde nicht unterschreiben:

  • Bürgschaft ohne Höchstbetrag ("für alle Verbindlichkeiten aus der Geschäftsverbindung")
  • Bürgschaft ohne zeitliche Befristung
  • Bürgschaft für Verbindlichkeiten, die noch nicht konkret sind (Rahmenkreditlinien, Kontokorrent, potenzielle Zukunftsforderungen)
  • Bürgschaft für einen Betrag, der 6-fach mein liquides Vermögen übersteigt (auch wenn ich glaube, dass das Business die Zahlung stemmt — im Ernstfall trifft die Bürgschaft, weil das Business die Zahlung eben nicht stemmt)
  • Bürgschaft, die parallel zu einer Grundschuld auf mein Privatgrundstück verlangt wird (dann fordere ich Verzicht auf eines von beiden)

Was ich 2023 falsch gemacht habe

Um dir konkret zu zeigen, wo es schiefgeht — meine eigenen Fehler:

1. Zu wenig Zeit genommen. Der Bridge-Kredit war "eilig", die Bank hatte "wenig Spielraum", die Unterlagen kamen 24 Stunden vor dem geplanten Signing. Ich habe eine Nacht nicht geschlafen und morgens unterschrieben, statt eine Woche mehr Zeit zu erzwingen. Regel für die Zukunft: keine Bürgschaft unterschreiben innerhalb von 72 Stunden nach Erhalt der finalen Vertragsversion. Wer keine 3 Tage warten kann, will dich unter Druck haben.

2. Nicht auf Ausschluss bestanden. Das Bank-Formular enthielt eine Klausel, die die Bürgschaft auf "künftige Forderungen aus der Geschäftsverbindung" ausdehnte. Ich habe das gesehen. Ich habe gedacht: "In der Situation kann ich nicht auch das noch verhandeln." Ich hätte gemusst. Die Klausel gilt heute noch, drei Jahre nach Signing.

3. Meine Frau nicht in die Entscheidung einbezogen. Ich habe ihr nach der Unterschrift erzählt, was passiert ist — nicht davor. Nicht weil ich es verheimlichen wollte, sondern weil ich dachte, ich müsste die Entscheidung "als CEO" allein treffen. Das war falsch. Familien-Sicherheiten sind Familien-Entscheidungen.

Was passiert, wenn die Bürgschaft gezogen wird

Der Fall, den niemand plant, für den aber jeder wissen sollte, was er bedeutet:

Stufe 1 — Zahlungsaufforderung: Die Bank fordert dich zur Zahlung auf, meist mit 14-Tage-Frist. Wenn du in dieser Frist nicht zahlst, entsteht Verzug.

Stufe 2 — Mahn- und Titulierungsverfahren: Die Bank erwirkt einen vollstreckbaren Titel gegen dich persönlich. Bei einer selbstschuldnerischen Bürgschaft mit Verzicht auf Vorausklage kann dieser Schritt sofort erfolgen — also nicht erst nach Verwertung anderer Sicherheiten der Firma.

Stufe 3 — Zwangsvollstreckung: Konten werden gepfändet. Falls Grundschulden bestehen, kann die Bank auf die Immobilie zugreifen. Gehalt oberhalb der Pfändungsfreigrenze (aktuell ~1.400 EUR netto/Monat für alleinlebende Personen) wird direkt an die Bank abgeführt.

Stufe 4 — Privatinsolvenz oder außergerichtliche Einigung: Wenn die Zahlung nicht in absehbarer Zeit realistisch ist, bleibt der Weg über Insolvenzverfahren mit Restschuldbefreiung nach 3 Jahren — oder eine außergerichtliche Vereinbarung mit der Bank über Ratenzahlung, was in meiner Erfahrung deutlich häufiger vorkommt als Privatinsolvenz.

Die Zwischen-Wahrheit: Bei den meisten Bürgschaften kommt es nicht zur vollen Verwertung, wenn du frühzeitig mit der Bank sprichst und einen realistischen Zahlungsplan vorschlägst. Aber die Verhandlungsposition ist dramatisch besser, wenn du schon vor der Zahlungsaufforderung aktiv wirst — nicht wenn du erst zum Anwalt gehst, nachdem der Titel bereits erwirkt ist. (Was Founder oft parallel dazu erleben: Die Runway ist auf 3 Monate — Reihenfolge der Entscheidungen.)

Wann du wirklich Hilfe brauchst

Diese Signale sagen: du brauchst Beratung, bevor du unterschreibst:

  • Die Bürgschaft übersteigt 200.000 EUR oder ist zeitlich unbegrenzt
  • Es sind mehrere Sicherheiten parallel im Spiel (Bürgschaft + Grundschuld + Ehepartner-Mitverpflichtung)
  • Die Anfrage kommt in einer Krisensituation (Bridge-Financing, Down Round, Runway-Notfall)
  • Ein Investor verlangt Personal Guarantee (nicht nur eine Bank)
  • Du bist verheiratet und die Bank verlangt Ehepartner-Zustimmung

Coaching hilft in den strategischen Fragen: Welche Alternativen hast du, welche Verhandlungspositionen sind realistisch, wie kommunizierst du den Prozess intern und mit deinem Partner. Rechtsberatung ist parallel notwendig — das eine ersetzt nicht das andere.

Wenn das gerade auf dich zutrifft: → Coaching bei BFC anfragen. Kleine Kohorte. Nicht jede Anfrage wird angenommen, aber jede wird gelesen.

Weiterlesen

Personal-Guarantee-Themen berühren fast immer andere Bereiche. Die relevantesten Vertiefungen:

FAQ

Kann eine Bank mich zwingen, eine Personal Guarantee zu unterschreiben, wenn ich das nicht will?

Nein. Aber sie kann den Kredit verweigern. In der Verhandlungsposition zwischen Bank und Startup hat die Bank meist mehr Optionen als du. Das heißt nicht, dass du unterschreiben musst — aber dass du realistische Alternativen (andere Bank, andere Finanzierungsform, Verzicht auf den Kredit) durchgespielt haben solltest, bevor du "Nein" endgültig meinst.

Wie lange dauert eine typische Personal Guarantee?

Meist so lange wie der zugrunde liegende Kredit. Das kann bei einem 5-Jahres-Kredit bedeuten: 5 Jahre. Bei einer revolvierenden Kreditlinie: bis zur ausdrücklichen Kündigung der Bürgschaft oder Beendigung der Geschäftsbeziehung. In manchen Konstellationen (z.B. Kontokorrent) läuft die Bürgschaft potenziell unbegrenzt weiter, bis eine explizite Kündigung erfolgt.

Kann ich die Personal Guarantee nachträglich kündigen?

Bei Bürgschaften auf bestimmte Zeit: nein, nicht ordentlich. Bei Bürgschaften auf unbestimmte Zeit: ja, meist mit einer Kündigungsfrist (z.B. 3-6 Monate). Wichtig: Die Kündigung wirkt nur für neue Kreditinanspruchnahmen nach dem Kündigungstermin — nicht für Verbindlichkeiten, die vor der Kündigung entstanden sind.

Was ist der Unterschied zwischen einer Personal Guarantee und einer Grundschuld?

Personal Guarantee: Persönliche Verpflichtung, im Ernstfall Vollstreckung ins gesamte Vermögen. Grundschuld: Dingliche Sicherheit auf eine konkrete Immobilie, im Ernstfall direkte Vollstreckung in dieses Grundstück ohne separaten Vollstreckungstitel. Grundschuld ist juristisch stärker für die Bank. Wenn beides parallel gefordert wird, ist das ein deutliches Warnsignal.

Sind Personal Guarantees in Deutschland überhaupt einklagbar?

Ja, grundsätzlich. Es gibt eine Rechtsprechung zur Sittenwidrigkeit von Bürgschaften (BGH-Rechtsprechung, insbesondere bei Ehegattenbürgschaften ohne wirtschaftliches Eigeninteresse), aber diese greift nur in Ausnahmefällen — meist wenn nachgewiesen werden kann, dass der Bürgende bei Signing wirtschaftlich und emotional überfordert war und die Bank das erkennen musste. Bei einem Geschäftsführer-Bürgen ist diese Verteidigung fast nie erfolgreich.


English version

Personal Guarantee as CEO: When to Sign, When Not To

TL;DR — A personal guarantee makes you personally liable as managing director for your company's debts — with your entire private assets, including real estate, savings accounts, and in certain cases even the portion of your salary above the garnishment exemption. It is sometimes unavoidable. It is often avoidable. And it should never be signed in less than 72 hours with a stressed mind. Written by a founder-CEO who signed at the wrong moment in 2023 and is still paying monthly three years later.

Short Answer

A personal guarantee (German: Selbstschuldbürgschaft) is a contract clause where you as managing director personally guarantee a debt of your company. Banks, landlords, suppliers, and sometimes investors demand it in situations of elevated risk perception. The right answer is rarely "categorically no" and rarely "categorically yes" — but: understand what exactly is being guaranteed, which triggers activate the guarantee, how high the coverage amount really is, and what time restriction applies.

Why Most Founders Get This Wrong

On this topic, I meet two extremes in my practice:

Extreme 1: The Naive. "Of course I'll sign, otherwise we don't get the loan." Without reading the conditions, understanding the duration, or exploring alternatives. These founders wake up two years later to find: the original loan is long paid off, but the guarantee continues for formal reasons because it was tied to a framework rather than a specific amount.

Extreme 2: The Principled. "I categorically don't sign personal liability." This position looks sovereign but often causes important financing rounds to collapse or alternatives to be used that are worse (convertible notes with vicious terms instead of clean loans with limited guarantees).

The right stance is in the middle. A personal guarantee is a negotiation object like any other contract clause — with amount, duration, coverage scope, triggers, and exit options. Those who understand this can shape the guarantee precisely. Those who only know "Yes" or "No" lose either money or freedom. (When a guarantee is demanded from a down-round situation: Down Round Playbook — what founders need to know before the next financing.)

The Four Most Common Situations — and What Is Really Being Demanded

Situation 1: Bank Demands Guarantee for Operating Line of Credit

The classic. Your GmbH needs 200,000 EUR operating credit over 3 years. The bank says: "We need a guarantee from the managing director." What's usually really being demanded — often not made transparent:

  • Maximum-amount guarantee or self-debtor guarantee? The first limits your liability to a defined maximum. The second makes you liable for the entire outstanding loan amount plus interest and costs — potentially more than the original loan.
  • Time-limited? Standard clauses in German bank guarantees are often "for the duration of the loan," which sounds like 3 years but actually runs until full repayment including all extensions. For revolving credit lines: theoretically unlimited.
  • Subordinate or equal to other collateral? If the bank already has land charges on company property, the personal guarantee should explicitly be subordinate — that is, only triggered when other collateral has been realized.

Negotiable: maximum-amount guarantee instead of self-debtor. Explicit time limits ("Guarantee expires 31.12.2029"). Subordination. Turnover-based capping (guarantee reduces with each repayment installment).

What you should never sign: guarantees for "future obligations from the business relationship as a whole." These clauses — often in the fine print of standard bank forms — make you liable for everything ever agreed between you and the bank. This is the most common case where I've seen founders in my practice 5 years after a single 100k loan suddenly facing 400k liability because in the interim overdraft, leasing, and credit cards were added.

Situation 2: Landlord Demands Personal Liability for Office Lease

Very common with startups under 3 years old or balance sheet under 500k EUR. Significantly more harmless than a bank guarantee because the amount is usually limited (typically: 3 months' rent). Nevertheless worth doing:

  • Instead of a personal guarantee, offer a rent aval — a guarantee issued by a bank, for which the company pays (typically 0.8-1.5% p.a. of the amount) but you personally are not liable
  • If the landlord insists: time-limited guarantee — ends at latest with the first contract extension, not with unlimited continuation

Situation 3: Investor Demands Guarantee as Part of a Financing Round

This is the point where you should be especially careful. When an investor demands personal guarantees in a term sheet or shareholders' agreement for repayable convertible loans or bridge financing, it's a strong signal the investor mistrusts your business — despite investing. Several alternatives are realistic here:

  • Convertible Note without Personal Guarantee — the investor accepts a higher discount or lower valuation cap in return
  • Milestone-based payout — investor pays in tranches, tied to milestone achievement. Reduces their risk without personally binding you
  • SAFE (Simple Agreement for Future Equity) — from the US context, increasingly used in Germany, no personal liability

If an investor insists on personal guarantees and refuses all alternatives, it's often a warning: either the round is structurally bad, or the investor has a control issue that will get expensive for you later. (More: When an investor is applying pressure — legal position, negotiation position, exit.)

Situation 4: Credit Line in Growth Phase — Land Charge Instead of Guarantee

When your company grows and you own real estate, a land charge on your private property is often demanded instead of a classical guarantee. That's legally something different — and potentially worse. (I go deeper here: Land charges against business credit — what you need to tell your family beforehand.)

Short form: A land charge is an in-rem security on your property. If the loan is called in and you can't pay, the bank can execute directly on the property without a lawsuit. With a classical guarantee, you have more time and negotiation options in an emergency.

What You Can Sign — Checklist Before Signature

Five things that must be clarified before you sign. Without exception:

1. Exact coverage amount: Is the guarantee limited to a specific maximum, or does it cover "the entire loan amount plus interest, costs, ancillary claims"? The latter is significantly more than you think. For a 200k loan over 5 years, realistically 260-280k can accrue.

2. Clear end dates: When does the guarantee expire? Common trap: "After full repayment of the loan" — which is formally correct but automatically extends with follow-on financing unless you explicitly object.

3. No waiver of defenses: German standard guarantees often include clauses in which you waive the defense of prior action. That means: the bank can immediately access you without first pursuing the company. This clause is negotiable. In doubt, it should be removed.

4. Spousal consent only with spousal counsel: If you're married and live in community of accrued gains, the bank may also demand your partner's consent. This consent should NEVER be given without the spouse having spoken to a lawyer themselves — otherwise you later have claims against the bank for immorally concluded contracts, but only if it's documented that no advice was given.

5. Exit or reduction clauses on company growth: In negotiations, you can achieve that the guarantee reduces when certain metrics are reached (e.g., equity ratio above 30%, or turnover above X). This isn't standard but is negotiable — especially if you accept a slightly higher interest rate in return.

When I Would Sign, and When Not

Based on my own experience — with what I know today — my personal rules:

I would sign:

  • Maximum-amount guarantee for a specific, earmarked loan (e.g., operating capital for a specific project)
  • Time-limited (max 5 years)
  • Subordinate to company collateral
  • When the alternatives (foregoing the loan, other bank, convertible with bad terms) are strategically worse
  • When I've had an open conversation with my spouse and consent was given informed

I would not sign:

  • Guarantee without maximum ("for all obligations from the business relationship")
  • Guarantee without time limit
  • Guarantee for obligations not yet concrete (framework credit lines, overdraft, potential future claims)
  • Guarantee for an amount exceeding 6x my liquid assets (even if I believe the business can handle payment — in an emergency, the guarantee triggers precisely because the business can't handle payment)
  • Guarantee demanded in parallel with a land charge on my private property (then I demand waiver of one)

What I Got Wrong in 2023

To show concretely where things go wrong — my own mistakes:

1. Took too little time. The bridge loan was "urgent," the bank had "little flexibility," the documents came 24 hours before planned signing. I lost a night's sleep and signed in the morning, instead of forcing a week more time. Rule for the future: no guarantee signed within 72 hours of receiving the final contract version. Anyone who can't wait 3 days wants you under pressure.

2. Didn't insist on exclusion. The bank form contained a clause extending the guarantee to "future claims from the business relationship." I saw it. I thought: "In this situation I can't also negotiate that." I should have. The clause is in force today, three years after signing.

3. Didn't include my wife in the decision. I told her after the signature what happened — not before. Not because I wanted to hide it, but because I thought I had to make the decision "as CEO" alone. That was wrong. Family security is a family decision.

What Happens When the Guarantee Is Called

The case no one plans for, but everyone should know what it means:

Stage 1 — payment demand: The bank demands payment, usually with 14-day deadline. If you don't pay within this period, default arises.

Stage 2 — dunning and title proceedings: The bank obtains an enforceable title against you personally. With a self-debtor guarantee with waiver of prior action, this step can happen immediately — that is, not first after realization of other company collateral.

Stage 3 — enforcement: Accounts are seized. If land charges exist, the bank can access the property. Salary above the garnishment exemption (currently ~1,400 EUR net/month for single persons) is directly diverted to the bank.

Stage 4 — personal insolvency or out-of-court settlement: If payment is not realistic in the foreseeable future, the way through insolvency proceedings with residual debt discharge after 3 years remains — or an out-of-court agreement with the bank on installment payment, which in my experience is much more common than personal insolvency.

The intermediate truth: with most guarantees it doesn't come to full realization if you talk to the bank early and propose a realistic payment plan. But the negotiating position is dramatically better when you act before the payment demand — not when you first go to a lawyer after the title is already obtained. (What founders often experience in parallel: Runway is down to 3 months — order of operations.)

When You Actually Need Help

These signals say: you need counsel before you sign:

  • The guarantee exceeds 200,000 EUR or is unlimited in time
  • Multiple securities are in play in parallel (guarantee + land charge + spouse co-liability)
  • The request comes in a crisis situation (bridge financing, down round, runway emergency)
  • An investor demands personal guarantees (not just a bank)
  • You're married and the bank demands spousal consent

Coaching helps with the strategic questions: what alternatives you have, which negotiating positions are realistic, how you communicate the process internally and with your partner. Legal counsel is necessary in parallel — one doesn't replace the other.

If that's you right now: → Request coaching at BFC. Small cohort. Not every request is accepted, but every one is read.

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Personal-guarantee topics almost always touch other areas. The most relevant deep-dives:

FAQ

Can a bank force me to sign a personal guarantee if I don't want to?

No. But it can refuse the loan. In the negotiating position between bank and startup, the bank usually has more options than you. That doesn't mean you must sign — but that you should have thought through realistic alternatives (other bank, other financing form, foregoing the loan) before "no" is your final answer.

How long does a typical personal guarantee last?

Usually as long as the underlying loan. That can mean, for a 5-year loan: 5 years. For a revolving credit line: until express termination of the guarantee or end of the business relationship. In some constellations (e.g., overdraft), the guarantee potentially runs indefinitely until explicit termination is given.

Can I retroactively terminate a personal guarantee?

For guarantees for a fixed term: no, not ordinarily. For guarantees for unlimited term: yes, usually with notice period (e.g., 3-6 months). Important: termination only takes effect for new credit draws after the termination date — not for obligations that arose before the termination.

What's the difference between a personal guarantee and a land charge?

Personal guarantee: personal obligation, in an emergency enforcement into the entire assets. Land charge: in-rem security on a specific property, in an emergency direct enforcement into that property without separate enforcement title. Land charge is legally stronger for the bank. If both are demanded in parallel, that's a clear warning signal.

Are personal guarantees enforceable in Germany at all?

Yes, generally. There's jurisprudence on the immorality of guarantees (BGH jurisprudence, especially for spousal guarantees without economic self-interest), but this only applies in exceptional cases — usually when it can be proven that the guarantor was economically and emotionally overwhelmed at signing and the bank had to recognize this. For a managing director guarantor, this defense is almost never successful.


Über den Autor / About the author

Niklas Hanitsch

Rechtsanwalt · Founder-CEO · Coach

Rechtsanwalt (Wirtschaftsstrafrecht) seit 2016. Gründer und CEO von SECJUR, einem Compliance-Startup mit 50+ Mitarbeitern (Capital 40under40, Google for Startups Cybersecurity Accelerator, Deutscher Startup-Pokal Cybersecurity 2022). Kammer: Hanseatische Rechtsanwaltskammer Hamburg.

Bietet Founder-Coaching bei BFC für Situationen, in denen der Board Pack nicht das eigentliche Problem ist.

LinkedIn · Kanzlei-Website · SECJUR

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